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Das war eine deutliche Sache. Die 21 Oberligavereine haben sich klar für eine reguläre Saison 2020/21 ausgesprochen. 14 Vereine stimmten für diese Variante, zwei enthielten sich. Nur fünf votierten für ein Playoff-/Playdown-Modell mit einer Auf- und Abstiegsrunde nach der Hinrunde, darunter auch die Neckarsulmer-Sport-Union. "Mich hat das klare Ergebnis für den regulären Modus überrascht", sagt Neckarsulms Trainer Marcel Busch. Auch für den Sportlichen Leiter der NSU, Thorsten Damm, kam dieses Abstimmungsergebnis überraschend. "Ich habe damit gerechnet, dass es auf den Playoff-/Playdown-Modus hinausläuft", sagt Damm.

Wie haben sich die Neckarsulmer Verantwortlichen positioniert?

"Unsere Meinung in eine bestimmte Richtung abzugeben, war sehr, sehr schwierig", berichtet Thorsten Damm von intensiven vereinsinternen Beratungen. "Bei uns gab es keine klare Tendenz in die eine oder andere Richtung. Es lief auf ein 51:49 für die Playoff-Variante hinaus." Die große Anzahl von englischen Wochen schreckte doch ab. "Es wird grenzwertig für alle", sagt NSU-Trainer Marcel Busch: "40 Saisonspiele plus Pokal, das ist für Champions-League-Teams normal, für uns als Amateure aber nicht." Busch rechnet mit mehr personellen Wechseln. "Wir werden alle Spieler brauchen", sagt er. Gerade im August und September wird viel auf die richtige Trainingssteuerung und die Eigenverantwortung der Spieler beim Umgang mit den Spielen ankommen.

Was sagt man beim TSV Ilshofen zur Entscheidung?

Dario Caeiro, Abteilungsleiter des TSV Ilshofen, hätte das neu angedachte Modell mit Playoffs und Playdowns bevorzugt. Weil die Belastung für Verein und Spieler dadurch geringer gewesen wäre. "Mir ging es dabei auch ums Ehrenamt", sagt er. "Wir sind alles keine Profis." Und 40 Spieltage bedeuten eben einen immensen Aufwand. "Aber ich habe ja keine Alternative. Die Mehrheit gewinnt. Alles gut", sagt Caeiro.

Wie sehen die Spieler die immense Belastung von 40 Partien?

"Ich kann damit leben und hätte auch für das klassische Spielsystem gestimmt. Mit meinem Teamkollegen Alex Albert habe ich mich über dieses Thema unterhalten, auch er ist für eine Hin- und Rückrunde", sagt NSU-Torhüter Marcel Susser. "Klar, die Belastung ist deutlich höher. Aber mir macht es nichts aus, 40 Punktspiele absolvieren zu müssen. Ich liebe den Wettkampf mehr als das Training. Und was die vielen Englischen Wochen und die eventuell weiten Auswärtsfahrten betrifft: Den einen oder anderen halben Urlaubstag opfere ich da gerne."

Wo sieht man bei der Neckarsulmer Sport-Union die größten Probleme?

"Wir wissen jetzt ja noch nicht, wo es an den Wochentags-Begegnungen hingeht, bei welchem Gegner wir spielen und wie weit wir fahren müssen", gibt es für Thorsten Damm von nun an viele Unwägbarkeiten zu beachten. Doch es sind nicht nur die weiten Fahrten bis zu 280 Kilometer, die an Mittwochabenden drohen. "Bekommen unsere Spieler unter der Woche immer frei? In Steven Neupert haben wir einen Spieler in unseren Reihen, der bei Audi im Schichtbetrieb arbeitet", gibt Damm zu bedenken. "So eine Saison erfordert viel Planung, das betrifft den Lebensstil unserer Spieler, die Physioabteilung ist mehr gefordert. Das Training muss gesteuert und den Belastungen angepasst werden."

Wird bei der NSU über weitere Spieler-Verpflichtungen nachgedacht?

Aufgrund der großen Anzahl von Begegnungen den Kader zu vergrößern, das ist bei den Unterländern keine Option. "Wir haben 20 Feldspieler und sind in der Breite sehr gut aufgestellt. Jeder unserer Jungs hat die Qualität, in der Startelf zu stehen", sieht Thorsten Damm keinen zusätzlichen Handlungsbedarf beim Personal.

Wie sieht der Rahmenterminkalender für die Saison 2020/21 überhaupt aus?

Die längste Oberliga-Spielzeit der Geschichte beginnt am 22. August, der genaue Spielplan dürfte nach dem Staffeltag Ende Juli veröffentlicht werden. Vom Saisonstart an folgen jede Menge Wochen mit Partien unter der Woche. Unter anderem gleich drei Mal im September (2./16. und 30. September). Im August und an den noch freien September-Mittwochterminen "drohen" zudem K.o.-Spiele im Landespokal. In die Winterpause geht es nach dem 20. Spieltag am 12./13. Dezember. Im Jahr 2021 soll es am 27. Februar weitergehen. In der Woche zuvor könnten Nachholspiele angesetzt sein.

Laut Rahmenterminkalender wird an Gründonnerstag und Ostermontag der Ball rollen. In April (ein Mal) und Mai (zwei Mal) gibt es jeweils Mittwochsspieltage. Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag und Fronleichnam? Allesamt Spieltage. Der finale Spieltag soll am 13. Juni steigen, wenn die auf 2021 verschobene Fußball-EM schon läuft. Auf den Oberliga-Zweiten wartet dann noch die Aufstiegsrunde.

In der vergangenen Woche hagelte es jede Menge Absagen für David Pfeiffer. "Uns sind die Testspiel-Gegner weggebrochen", sagt der Trainer des VfB Eppingen. Die geplanten Gegner aus Pforzheim, Neckarsulm und Oeffingen starten nun allesamt früher in die Punktspielsaison. Weil die Oberliga und die Landesligen in Württemberg bereits ab 23. August um Punkte kämpfen, kommt es zu Terminkollisionen. "Es ist schwierig geworden, nun Testspielgegner gerade aus Württemberg zu finden", sagt David Pfeiffer.

Die Vorbereitungs-Pläne des Eppinger Fußball-Verbandsligisten sind kräftig durcheinandergeraten. Zwar startet die Verbandsliga Nordbaden erst am 5./6. September in die neue Saison, doch der Landespokal erlebt seinen ersten Anstoß bereits am ersten August-Wochenende. Einige Runden sollen noch vorm Ligastart gespielt werden, somit gewissermaßen als Testspiele unter Wettkampfbedingungen dienen. Planen in Corona-Zeiten ist herausfordernd. Für Verbände und Vereine.

Ligagröße hat keinen Einfluss auf die Kadergröße

Klar ist hingegen: Lediglich 30 Saisonspiele stehen in der 16er-Verbandsliga auf dem Spielplan (wir berichteten). Einen Einfluss auf die VfB-Planungen hat das nicht. "Wir machen den Kader nicht kleiner, weil es weniger Spiele sind", sagt David Pfeiffer.

Noch Ende Juni ist der VfB unter den damals gültigen Corona-Regeln mit einer kleinen Fitnesseinheit in die neue Saison gestartet. Seit Anfang Juli ist "richtiges" Mannschaftstraining möglich, zwei Mal die Woche bittet Pfeiffer seine Jungs auf den Platz. Nach einem athletischen Teil, "lasse ich die Jungs spielen", sagt Pfeiffer. Fast vier Monate war das ja nicht möglich.

Zusätzlich muss jeder Spieler pro Woche drei Laufeinheiten absolvieren. Ein Screenshot des Ergebnisses landet in der mannschaftsinternen Whatsapp-Gruppe. Der Hintergedanke des Pädagogen Pfeiffer dabei? "Es geht schon darum, ein bisschen Druck aufzubauen. Der Spieler sieht dann, dass der Kollege sich auch aufraffen konnte", sagt Pfeiffer. Gegenseitige Frotzeleien und Extra-Motivation inklusive.

Wild als Hoffnungsträger in der Offensive

Auch die Neuzugänge des VfB sind schon voll dabei. Von Christopher Wild (FC Zuzenhausen) verspricht man sich viel. Der 25-jährige Flügelspieler war in den vergangenen vier Jahren jede Verbandsliga-Saison für acht bis zehn Treffer gut. "Er wird eine Bereicherung für unser Spiel sein", ist sich Pfeiffer sicher. Als Herausforderer stoßen Tim Feder (U19 Löchgau) für die Offensive und Torwart Akar Akin (U19 SGV Freiberg) zum Kader. Ein gefühlter Neuzugang ist der Langzeitverletzte Defrim Mustafa, der in der Vorsaison kein Spiel bestreiten konnte. Torhüter Leon Dobler ließ sich in der Corona-Zwangspause am Meniskus operieren. Richtung Saisonstart sollte er wieder fit sein, hofft David Pfeiffer.

In der Tabelle nach oben klettern

Mindestens ein, zwei Neuzugänge sollen noch her. Die Ambitionen sind klar. "Wir wollen schon einen weiteren Schritt machen, ein paar Plätze nach oben klettern", sagt David Pfeiffer. Wenn Corona nicht die Saison vorzeitig beendet hätte, wäre durchaus noch ein Top-vier-Ergebnis möglich gewesen. In Walldorf II und Bruchsal (beide Oberliga) und Gartenstadt (Rückzug) sind der höchsten badischen Liga drei Hochkaräter abhanden gekommen. Das eröffnet neue Perspektiven: Die Eppinger würden gerne ein Wörtchen mitreden in Sachen Oberliga-Aufstieg. Das wollen allerdings auch Teams wie Kirrlach, VfR Mannheim und SV Spielberg.

Der 1. FC Heidenheim spielt gerade in der Relegation um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Heilbronner Topclubs FC Union und der neue VfR treten beide kommende Saison in der Bezirksliga an - also in jedem Fall sechs Spielklassen tiefer. Es ist gerade einmal 16 Jahre her, als sich beide Städte noch auf Augenhöhe in der Verbandsliga duellierten.

"Wenn ich damals hätte tippen müssen, wer mal ans Tor zur Bundesliga anklopft. Ich hätte auf Heilbronn gesetzt", sagt der ehemalige VfRler Peter Wagner und lacht: "Der eine Verein hat vieles richtig gemacht, der andere vieles falsch." Ein Rückblick:

Saison 2003/04:

Das erste Jahr des traditionsreichen VfR unter dem neuen Namen FC Heilbronn endete mit dem Abstieg. Dabei war der Saisonauftakt verheißungsvoll. Mit 3:1 gewann das Team von Trainer Thomas Letsch gegen den Aufstiegsfavoriten Heidenheimer SB (dem Vorgängerverein des heutigen 1. FC Heidenheim). "FCH glänzt als starke Einheit", lobte die Heilbronner Stimme. Letsch hat übrigens als Trainer Karriere gemacht, er verantwortet aktuell den niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim.

Doch schon beim Rückspiel zum Jahresabschluss am 6. Dezember 2003 hatten sich die Vorzeichen gedreht. Der FCH steckte mitten im Abstiegskampf, die Heidenheimer waren im Aufwind. Die bis heute letzte Partie auf Augenhöhe endete dementsprechend mit einem klaren 4:0-Erfolg für die Gastgeber. In Marco Sailer stand ein späterer Erstligaprofi (Darmstadt 98) für Heilbronn auf dem Platz.

Kleine Anekdote am Rande: Der heutige Heidenheimer Coach Frank Schmidt erzielte per Elfmeter das 2:0 in der 20. Minute und flog zwei Minuten später wegen einer Unsportlichkeit vom Platz.

Saison 2002/2003:

In der letzten Saison unter dem Namen VfR gelang dem Oberliga-Absteiger Heilbronn gerade so der Klassenerhalt. Einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf entführten die Unterländer am 26. April 2003 bei den zuvor elf Mal in Folge siegreichen Heidenheimern. "Ich bin stolz auf meine Jungs. Wir haben ein überragendes Spiel gezeigt", lobte Trainer Savo Bozic danach sein Team.

Bei der 1:3-Niederlage im Hinspiel saß noch Ion Dumitru auf der VfR-Bank. Der Rumäne forderte nach der dritten Niederlage in Serie personelle Verstärkungen: "Wir brauchen die richtigen Spieler, um in der Liga bleiben zu können."

Saison 1998/1999:

Vor 21 Jahren lieferten sich beide Clubs einen spannenden Kampf um den Aufstieg in die Oberliga - mit dem glücklicheren Ausgang für den VfR. Das erste direkte Aufeinandertreffen am 25. Oktober 1998 gewann der VfR vor 1000 Zuschauern im Frankenstadion gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer mit 2:0.

Das Rückspiel in Heidenheim besaß neben der brisanten sportlichen Komponente noch einen politischen Hintergrund. Denn Heidenheims Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach kandidierte just zu der Zeit für das gleiche Amt in Heilbronn. "Noch zu meiner Zeit wurde Holger Sanwald Abteilungsleiter beim HSB. Ein toller Typ mit wahnsinnigen Ideen", erinnert sich Himmelsbach an den heutigen FCH-Boss. "Die Voraussetzungen in Heidenheim waren ungleich schwieriger als in Heilbronn. Es ist furchtbar, dass eine Stadt mit 120.000 Einwohnern in den unteren Ligen herumkrebst", sagt der 74-Jährige.

Die Partie 1999 endete 1:1. Peter Wagner hatte die Gäste in Führung geschossen, doch den Heidenheimern gelang elf Minuten vor dem Ende noch der Ausgleich. "Ich bin total sauer, wir haben hier zwei Punkte verschenkt", ärgerte sich der damals 21-Jährige hinterher. "An den Frust kann ich mich noch gut erinnern", sagt Peter Wagner heute: "Der Punkt war zu wenig. Wir mussten ja eigentlich gewinnen, um noch eine Aufstiegschance zu haben." Es kam anders: Weil Heidenheim einen Wechselfehler beging, wurde aus dem Sieg gegen Isny eine Niederlage. Am Ende der Spielzeit trennten sich die Wege beider Vereine. Der VfR stieg über die Relegation in die Oberliga auf, Heidenheim blieb drin.

Es wurde viel diskutiert, doch seit Mittwochabend ist entschieden, die Bezirkspokal-Wettbewerbe der wegen der Coronavirus-Krise zum 30. Juni abgebrochenen Fußballsaison der Aktiven, Frauen und Senioren werden nachträglich zu Ende gespielt. Fix ist zudem, die Punktrunde 2020/2021 in Fußballbezirk Unterland startet am Wochenende des 22. und 23. August. Eine Woche zuvor soll die erste Runde im Bezirkspokal ausgespielt werden.

Es gab noch reichlich Klärungsbedarf. Am Mittwoch war eine Sitzung der Bezirksführung und der Staffelleiter anberaumt. Hier wurden die Rahmenrichtlinien für die nicht zu Ende gespielten Pokal-Wettbewerbe und den Start sowie das geplante Ende der neuen Saison festgelegt. Am Donnerstag folgte eine abschließende Video-Besprechung mit dem Verbandsspielausschuss.

Den Rahmen für die neue Saison festgelegt

"Bei der Konferenz mit dem Verbandsspielausschuss gab es im Wesentlichen keine neuen Erkenntnisse", teilt der Bezirksvorsitzende Ulrich Preßler mit. "Die Vorgehensweise bei der Gestaltung des Spielbetriebs wird weitestgehend in die Hände der Bezirke gelegt."

Bereits im Vorfeld wurden die noch in den Pokal-Wettbewerben befindlichen Vereine angeschrieben. "Pokalspielleiter Thomas Schumacher und ich haben den Vorschlag gemacht, den Pokal zu stoppen und die Teilnehmer an der WFV-Runde auszulosen", berichtet Preßler. "Inzwischen sind die Rückmeldungen der Vereine eingegangen. Die große Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, den Pokal zu Ende zu spielen."

Den Vereinen werden nun drei Wochen Zeit für das Mannschaftstraining gewährt. Am Wochenende des 25. und 26. Juli werden die Viertelfinalspiele der Frauen - hier stehen drei Halbfinalteilnehmer bereits fest - Männer und Senioren ausgetragen. Die Halbfinalspiele sind auf Mittwoch, 29. Juli, terminiert. Vereine, die nicht am weiteren Pokalgeschehen teilnehmen möchten, zum Beispiel aus zeitlichen Gründen, können verzichten und haben auch keine verbandsrechtlichen Strafen zu erwarten.

Endspieltag an zwei Tagen in Biberach

Was den gemeinsamen Endspieltag auf dem Gelände des TSV Biberach betrifft, so wird dieser auf zwei Tage aufgeteilt. Ab August dürfen laut Corona-Verordnung Sport des Landes Baden-Württemberg bis zu 500 Zuschauer (bis Ende Juli sind es nur 100 Besucher) zugelassen werden. Die Final-Begegnungen der Senioren und Frauen werden am Samstag, 1. August, ausgetragen. Der Pokalsieger der Männer wird am Sonntag, 2. August, ermittelt.

Was den Spielbetrieb bei Freundschaftsspielen, im Pokal, wie auch danach in der Punktrunde betrifft, macht Thomas Schumacher nochmals deutlich: "Die jeweiligen Gastgeber müssen sich auf ihren kommunalen Verwaltungen erkundigen, was laut Corona-Hygiene-Bestimmungen zu beachten ist." Hier herrschen mitunter, im Vergleich zur Landes-Verordnung, abweichende Regularien.

Saisonstart am 22. und 23. August 2020

Früh starten die Unterländer Amateurfußballer in die Saison 2020/2021. "Angesichts der Tatsache, dass die Bezirksliga mit 19 Vereinen spielt, beginnen wir mit der Punktrunde am 22. und 23. August", sagt Ulrich Preßler. Zu diesem Termin legen auch die Ober-, Verbands- und Landesligisten los. Für die Unterland-Vereine ändert sich eigentlich nichts, denn schon vor Corona war dieser Starttermin anvisiert worden.

"Der letzte Spieltag der Saison ist auf den 19. Juni 2021 nach hinten verlegt worden", gibt Preßler bekannt. "Das ist zwei Wochen später, als ursprünglich geplant. Dadurch haben wir Luft, und benötigen für die Bezirksligisten nicht ganz so viele Wochenspieltage." Danach werden bis zum 30. Juni 2021 die Relegationsspiele ausgetragen.

Bereits auf den 16. August ist die erste Runde im Bezirkspokal Unterland angesetzt. Der Bezirksstaffeltag soll wie geplant am 22. Juli in Massenbachhausen stattfinden. Bis zum Staffeltag müssen die Vereine gemeldet haben, ob sie am Pokal 2020/2021 teilnehmen möchten oder nicht. Dies betrifft für den kommenden Wettbewerb einmalig alle Vereine. Seither war nur den B-Ligisten eine Teilnahme freigestellt.

Die Corona-Sommerpause dauerte gefühlt eine Ewigkeit und für einen Fußballtrainer zu lange. Die Freude, dass nach dem Coronavirus-Lockdown Mitte März seit dem 1. Juli wieder Mannschaftssport betrieben werden kann, ist auch bei Marcel Busch groß. Der 38-jährige Chefcoach des Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union freut sich auf die neue Saison. Doch auch die fußballlose Zeit hatte ihre Vorzüge.

Herr Busch, am Mittwoch sind Sie mit ihrem Team in die Vorbereitung auf die Oberliga-Saison 2020/21 gestartet. 125 Tage sind seit dem letzten Punktspiel vergangen. Wie heiß sind Sie wieder auf Fußball?

Marcel Busch: Ich bin schon heiß, aber noch nicht so motiviert, wie vor einem Spiel, wenn man richtig fokussiert ist. Die Freude ist jedoch groß, dass es jetzt endlich wieder losgeht. In den ersten zwei, drei Trainingstagen geht es darum, reinzukommen, wieder ein Gefühl für den Ball zu entwickeln. Ab nächster Woche werden wir dann wieder richtig intensiv arbeiten.

Wie haben Sie die lange freie Zeit verbracht, so ganz ohne den Stress an der Seitenlinie?

Busch: Man hat schon ein paar Sachen planen und durchdenken müssen, aber natürlich war ich mit Fußball weit weniger beschäftigt und habe, was den Sport betrifft, abschalten können. Ich nutzte die Zeit, um meinen Garten auf Vordermann zu bringen. Auch meine Prüfungen habe ich hinter mich gebracht. Ich war ja zudem auch Homeoffice-Lehrer für meine Kids wie auch für meine Schüler an der Theodor-Heuss-Realschule in Walldorf. Wir haben das an unserer Schule richtig gut hinbekommen. Mit Video-Unterricht sowie anderen Kommunikationsmitteln - wir sind da digital richtig gut ausgestattet. Ich war daher gut eingespannt. Langweilig war es mir nicht.

Welche Prüfungen standen an?

Busch: Ich habe mein Referendariat abgeschlossen und bin offiziell durch. Es nennt sich aber Lehrer auf Probe. Das heißt, ich bin noch nicht zu 100 Prozent verbeamtet.

An welche Schule geht es nach den Sommerferien?

Busch: An die Realschule nach Östringen. Ich werde Mathematik sowie Gemeinschaftskunde unterrichten und natürlich Sport. Es ist aber noch nicht komplett durch, das letzte Zeugnis fehlt mir noch. Es geht um abschließende Formalien.

Wird der Lehrer Busch am neuen Arbeitsplatz im Nachbarort des Wohnorts Bad Schönborn auch die eigenen Söhne unterrichten?

Busch: (lacht) Nein. Simon geht auf das Gymnasium, und Julian ist noch in der Grundschule. Sollte der Kleine auf die Realschule kommen, dann besser nicht an meine.

Die Saison 2020/21 wurde abgebrochen und ohne Absteiger abgeschlossen. Unter Anwendung der Quotienten-Regelung ist die NSU 15.

Busch: Ich habe mich damit nicht groß beschäftigt. Hätte es aber über den Quotienten Absteiger gegeben, wären wir wohl dabei gewesen.

Die kommende Saison wird im klassischen Modus gespielt oder alternativ mit einer Hinrunde und anschließender Meister sowie Abstiegsrunde.

Busch: Ich habe gehört, der Verband forciert das Playoff/Playdown-System. Aber ein paar Vereine haben klar gesagt, sie erachten dieses Modell nicht für sinnvoll. Ich verstehe die Problematik mit 21 Vereinen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, ich sehe aber im Playoff-Modus eher mehr Nachteile. Ich würde daher eher eine klassische Runde bevorzugen, da sie grundsätzlich fairer ist. Schon die Spielplangestaltung ist für die Vereine reine Glückssache. Und dann gibt es finanzstarke Clubs, die in der Winterpause nachlegen können, weil es in die Playdowns geht. Aber wir nehmen es, wie es kommt.

Fällt die Entscheidung auf das neue Modell und rutscht man in die Playdowns mit elf Teams, wird das bei bis zu sieben möglichen Absteigern ein reiner Überlebenskampf.

Busch: Ja, definitiv. Das ist ja schon, wie jedes Wochenende ein Endspiel zu haben. Mein Wunsch wäre es, einen Abstieg auf Raten zu gestalten, so dass man in zwei oder drei Jahren wieder auf eine 18er-Staffel kommt.

Und die eigenen sportlichen Erwartungen?

Busch: Ich hoffe, wir gehen den Weg, den wir nach der Winterpause gegangen sind, weiter. Die Spiele in diesem Jahr in Nöttingen und daheim gegen Oberachern hatten von unserer Seite viel Format. Dieser Faden soll wieder aufgenommen werden. Ein Saisonziel anhand eines Tabellenplatzes wird es nicht geben. Ein Punkt mehr in der Tabelle zum Saisonabbruch und wir wären anhand des Quotienten Zehnter gewesen. Wenn wir es schaffen, an das anzuknüpfen, was sich in der Rückrunde angedeutet hat - nicht mehr so schwankend, sondern konstanter zu spielen - dann werden wir eine gute Runde vor uns haben.

Der Kader steht, doch alle Wünsche dürften sich nicht erfüllt haben.

Busch: Es gibt immer Spieler, die man gerne hätte, aber nicht realisierbar sind. Ich bin mit denen, die gekommen sind, super zufrieden - und bei denen, die verlängert haben, war es auch unser Wunsch, dass die Jungs bleiben. Einzig Marc Schneckenberger hätten wir gerne gehalten. Aber wir haben auf dieser Position auch richtig Qualität dazubekommen. Es wurden junge Spieler geholt wie Yannick Eitelwein oder Noah Schorn, die aus Hoffenheim kommen. Dort wird eine Topausbildung geleistet, wie es kaum eine bessere in Deutschland gibt.

Der 1. Juli ist nicht nur der Tag, seit dem die Amateurkicker wieder Spiele elf gegen elf austragen dürfen. Der Mittwoch, 1. Juli 2020, steht beim SV Schluchtern auch für den Beginn einer neuen Ära. Guido Hutt leitete jahrelang die Geschicke des SVS, ist nun aber einen Schritt in den Hintergrund getreten. Neuer Abteilungsleiter ist Lars Karl, der zuvor Sportlicher Leiter war.

Nach vielen Jahren als Frontmann hat Guido Hutt genug. Der 55-Jährige lässt der jüngeren Generation den Vortritt. "Ich habe jetzt lange genug ganz vorne gestanden. Eigentlich wollte ich schon nach der Saison 2018/2019 kürzertreten, wollte dann aber nicht mit einem Landesliga-Abstieg aufhören", erzählt Hutt. Wie die abgebrochene Saison nun aber abgewickelt wurde, hat "mir den Rest gegeben".

Zuletzt war Hutt zweieinhalb Jahre Abteilungsleiter und vier Jahre Vereinsvorstand, aber auch davor stand Hutt immer in Amt und Würden.

Sieben stressige Jahre in der Landesliga

Bereits in seiner aktiven Zeit als Fußballer war er schon mal Spartenvorstand. "Ich glaube, außer Sportheimwirt war ich schon alles", sagt Hutt, der seinem Verein aber erhalten bleibt und sich im Team mit Manfred Werner den Themen Marketing, Sponsoren-Betreuung und Öffentlichkeitsarbeit widmet. "Es waren sieben wunderbare und stressige Jahre in der Landesliga", blickt Hutt zurück. "So lange - das werden wir in Schluchtern so schnell nicht mehr erleben. Das wird in Zukunft sehr schwierig werden."

Karl ist offiziell seit einem Jahr beim SVS tätig, hat sich aber bereits zuvor bei der Kaderplanung miteingebracht und war voll involviert. Den Posten Sportlicher Leiter neu zu besetzen, ist im Moment nicht geplant. Diese Aufgabe erfüllt Karl weiterhin. "Guido wird mich zunächst noch unterstützen und quasi einlernen", sagt Karl. Der Frust beim Bezirksliga-Vizemeister über den Beschluss, die Tabellenzweiten nach Abbruch der Saison 2019/2020 nicht aufsteigen zu lassen, flaut allmählich ab.

Karl spricht von einem Kampf gegen Windmühlen

Auch Hutt-Nachfolger Lars Karl zeigt Unverständnis darüber, dass der Antrag der Zweitplatzierten "noch nicht einmal zur Abstimmung gekommen ist". In Baden und Südbaden wurde zumindest darüber abgestimmt, wenngleich ohne Erfolg. "Aber: hätte, hätte Fahrradkette - irgendwann akzeptiert man so eine Entscheidung, da es ein Kampf gegen Windmühlen ist", sagt Karl, der einen etwas anderen Weg gehen und ein Umdenken einleiten will. Das "Söldner-Image", beim SVS, das von Außenstehenden angeprangert wird, soll aus der Welt geschafft werden.

Und so ist die Fluktuation zur neuen Saison so gering wie seit Jahren nicht mehr. Philipp Matyssek wechselt als Spielertrainer zum Liga-Konkurrenten Friedrichshaller SV und Fabian Weber zur SGM Massenbachhausen. Neu in den Kader rücken mit Salvatore Reale und Jan Littmann zwei Akteure aus der eigenen Jugend. Zudem schließt sich von der TG Böckingen Robin Guttleber (Bruder des SVS-Keepers Fabian) dem Verein an.

Kontinuität soll beim SV Schluchtern Einzug halten

"Das war es mit unseren Veränderungen im Kader", sagt Karl. "In den letzten Jahren war es in Schluchtern oftmals so, dass im Sommer viele Spieler gekommen sind, ein Jahr später sind viele gegangen und wieder wurden viele geholt. Und wenn es nicht gereicht hat, wurde im Winter nachgelegt." Nun soll Kontinuität beim SV Schluchtern Einzug halten. Auch soll die Identifikation zum Verein gestärkt werden. Die A-Junioren, die erste und zweite Mannschaft müssen näher zueinander gebracht werden, um den Zusammenhalt und die gegenseitige Wertschätzung zu fördern. "Da ist es sicherlich von Vorteil, wenn der Abteilungsleiter in der zweiten Mannschaft noch selbst aktiv ist", sagt Karl mit einem Augenzwinkern.

Dass er mit dem Ball umgehen kann, hat der 44-Jährige über viele Jahre gezeigt. Über den SV Massenbachhausen (A-Liga) ging es zum VfL Neckargartach (Bezirksliga). Weitere Stationen waren die SV Neckarsulm (Bezirksliga), VfL Brackenheim (Landesliga), VfR Heilbronn (Verbandsliga) und als erste Spielertrainer-Station der FC Berwangen (Bezirksliga). Es folgten der SV Schluchtern sowie Spielertrainer-Jobs in Willsbach und Berwangen.

Hutt: Ein Aufstieg des VfR Heilbronn wäre für alle gut

"Die Bezirksliga wird in der nächsten Saison nicht uninteressanter", spekuliert Karl und hat vor allem die Aramäer Heilbronn und den Aufsteiger VfR Heilbronn auf dem Zettel der Titelaspiranten stehen. "Auch wenn der VfR vom Hörensagen ja nichts investiert", meint Karl mit einem Augenzwinkern, "schätze ich den Aufsteiger ganz stark ein." Für Guido Hutt ist klar: "Wenn der VfR nicht viel falsch macht, können solche Käffer wie wir nicht mithalten, das ist für uns nicht machbar. Es wird eine spannende Runde. In Schluchtern machen wir uns aber keine Illusionen, Meisterschaftsfavorit ist der VfR Heilbronn. Für das Umland wäre es gut, würde Heilbronn wieder ein paar Klassen höher spielen als der Rest. Davon könnten alle profitieren."

Sie hatten sich viel zu erzählen und scherzten eifrig untereinander. "Wer bist du denn?" "Hallo, wir kennen uns doch!" Mit solchen und anderen lockeren Sprüchen begrüßten sich die Spieler der Neckarsulmer Sport-Union. Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, seit sich die Akteure des Oberligisten letztmals in Angesicht zu Angesicht gegenüber standen.

Es war Mitte März, als der Corona-Lockdown verkündet, das gesellschaftliche Leben stark eingeschränkt, der Mannschaftssport ausgesetzt und die Saison der Fußballamateure abgebrochen wurde.

Am Mittwoch versammelten Chefcoach Marcel Busch, Co-Trainer Nikola Grgic und Torwarttrainer Jürgen Stricker ihre Spieler erstmals wieder zu einem Trainingsabend. Es war die erste, noch recht lockere Übungseinheit, in der Vorbereitung auf die Saison 2020/2021. Eine deutlich schweißtreibendere Phase wird folgen.

Glücklich, die Jungs wieder beisammen zu haben

"Im Moment ist einfach nur die Freude da, wieder loslegen zu können", sagt Marcel Busch während der in der Corona-Zeit üblich gewordenen Faust-an-Faust-Begrüßung mit seinen Spielern. "Ich bin jetzt glücklich, dass die Jungs heute einfach wieder beisammen sind." Passend zum Tag des Trainingsauftaktes gilt seit dem 1. Juli die neue Corona-Verordnung Sport des Landes Baden-Württemberg. Mannschaftssport im Modus elf gegen elf ist wieder möglich, wobei das Training noch auf eine 20-Mann-Gruppe beschränkt ist.

"Wir wären auch ohne diese Lockerungen gestartet, hätten dann in Kleingruppen trainiert", ist Busch die Erleichterung aber deutlich anzusehen, fußballspezifisch trainieren zu dürfen. "So ist es viel angenehmer. Es macht den Fußball doch aus, dass man mit Spielformen üben und in Zweikämpfe gehen kann. Und so bin ich sehr froh, diese Komponenten gleich von Anfang an einbauen zu können, ohne die ist es ja auch kein richtiger Fußball."

Vorspielen unter erschwerten Bedingungen

Der Kader und das Trainerteam der Neckarsulmer sprengen die erlaubte 20-Mann-Grenze nicht unerheblich. "Plan ist, die überschüssigen Spieler separat zu beschäftigen. So nach dem Motto, geht mal laufen", sagt der Sportliche Leiter Thorsten Damm. Sprich: Die Jungs, die zu viel auf dem Rasen sind, müssen auf den Nebenplatz ausweichen, Torschuss-Übungen oder Passspiel abhalten. Ein Problem ist: Es gibt viele Anfragen von Akteuren, die bei der NSU vorspielen möchten. Um die für eine mögliche Verpflichtung beobachten zu können, sollten sie eigentlich in das Training eingebunden werden. "Das ist nicht einfach umzusetzen", hat Damm erkannt.

Und dann gibt es da noch eine andere Unannehmlichkeit. Die Dusch- und Umkleideräume auf dem Neckarsulmer Pichterich sind von der Stadt offiziell noch gesperrt. "Unsere Spieler müssen umgezogen kommen, oder sich vor der Kabine umziehen und dann ungeduscht wieder heimfahren", erzählt Damm.

Von den Corona-Lockerungen überrascht

Von den Corona-Lockerungen wurde nicht nur die Neckarsulmer Sport-Union überrascht. Die Planungen aller Vereine für die Saison 2020/2021 waren in den zurückliegenden Wochen auf einen Saisonstart Anfang oder Mitte September ausgelegt, so wie es zuvor von den Verbänden und der Politik kommuniziert wurde.

Dass die Punktrunde nun bereits am 22. August startet, ist für Damm "der Tatsache geschuldet, dass man von Verbandsseite eine relativ große Liga mit 21 Mannschaften kreiert hat". Die Verantwortlichen haben sich damit in Zugzwang gebracht. "Da wurde dann aus der Hüfte geschossen, völlig ohne Vorwarnung", sagt Damm. "Wir haben eine zweigeteilte Vorbereitung geplant. Nach so einer langen Pause absolviert man einen ersten Vorbereitungsblock, streut nochmals eine Pause ein, damit es nicht zu lang und intensiv wird, und startet dann in den zweiten Block."

Spieler zum Saisonstart im Kurzurlaub

Nun ist es allerdings so, dass der Saisonstart just in der Phase stattfindet, in der bei der NSU freie Tage eingeplant waren. "Somit sind vier unserer Spieler im Kurzurlaub", sagt Damm. Alles war orientiert an den ursprünglichen Vorgaben des Verbandes. Nun ist alles Makulatur. Doch auch diese Schwierigkeiten werden zu meistern sein. Ob danach die Saison erfolgreich gemeistert wird, das wird sich zeigen.

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